Brüllaffe-Finanzblog
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2020-06-08

Nutze niemals einen Dispositionskredit

Der Dispositionskredit ist in Deutschland für viele Bankkunden das normalste von der Welt. Fast jeder Kontoinhaber hat einen Dispo. Er soll, zumindest in der Theorie, dazu dienen, kurzfristige Liquiditätsprobleme zu überbrücken. Tja, sind wir aber mal ehrlich: Die meisten Kunden nutzen den Dispo dauerhaft aus. Es ist schließlich ganz bequem möglich, mit dem Dispo mehr Geld auszugeben als man eigentlich hat. Das Problem dabei: Wer einmal den Dispo nutzt, nutzt ihn immer wieder und Banken freuen sich darüber. Für dich als Kunden ist die Ausnutzung des Dispos jedoch mit hohen Kosten verbunden.

Für die Ausnutzung des Dispos zahlst du, je nach Höhe des Leitzinses, zwischen 9 % und 14 %. Natürlich unterscheiden sich die Zinssätze der Banken, aber grundsätzlich kann man sagen, dass die Zinsen für Dispos sehr hoch sind. Wenn du deinen Dispo regelmäßig mit, sagen wir, 2.000,00 EUR ausnutzt, dann zahlst du jährlich bei einem Zinssatz von 10 % sagenhafte 200,00 EUR nur dafür, dass du den Dispo ausnutzt. Banken erhöhen übrigens bei Kunden mit regelmäßigen Einkünften gerne den Dispo.

Wenn du einen Dispo in Höhe von 5.000,00 EUR hast, dann zahlst du 500,00 EUR Zinsen pro Jahr. Auf 5 Jahre gerechnet wären das 2.500,00 EUR. Halleluja – dafür könntest du eine schöne Reise buchen oder mehrmals richtig gut und lecker essen gehen. Trotzdem wird der Dispo sehr gerne in Anspruch genommen. Die Kosten sind allerdings nicht das einzige Problem des Dispos.

Ein weiteres großes Problem des Dispos liegt darin, dass du ihn nicht mehr eigenständig zurückzahlen kannst und den Überblick über deine Umsätze verlierst. Angenommen, du verdienst 1.800,00 EUR pro Monat und hast einen Dispo in Höhe von 2.000,00 EUR, den du komplett ausschöpfst. Dann kommt dein Geld und du hast noch immer -200,00 EUR auf dem Konto. Jetzt folgen die regelmäßigen Abbuchungen und es spielt für dich irgendwann keine Rolle mehr, ob dein Konto -1.500,00 EUR oder -1.570,00 EUR zeigt. Du verlierst einfach den Überblick und du wirst auch ein wenig gleichgültig werden.

Eine geregelte Rückzahlung des Dispos findet nicht statt. Es wäre allerdings sinnvoll, jeden Monat beispielsweise 200,00 EUR vom Dispo zurückzuzahlen. Selbst, wenn du das machst, braucht du 10 Monate, um den Dispo komplett zurückzuführen. Diese Disziplin haben die meisten Kunden nicht. Ein Dispo ist schnell in Anspruch genommen – die Rückzahlung jedoch dauert sehr lange und ist mühsam.

Der beste Weg, um einen Dispo zurückzuzahlen, besteht übrigens darin, den kompletten Dispo in ein Ratendarlehen umzuschulden und den Dispo anschließend komplett zu streichen. Somit bleibst du auf dem Konto immer im Habenbereich und zahlst regelmäßig deine Schulden zurück.

Admin - 09:31:56 | Kommentar hinzufügen

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